CD vs Vinyl

In den 1990er Jahren sah es so aus, als würde das Vinyl-Format aussterben. Die CD hatte solch einen gewaltigen Einfluss auf die Musikbranche, da sie günstiger zu produzieren und weniger Fehleranfällig war als die Alternative aus PVC, dass das Vinyl zu einer Randerscheinung wurde die nur noch in ein paar Subkulturen (Techno, Punk und anderen CD-vs-VinylRandgruppen) interessierte.

Auch DJs freuten sich über das neue Format: das Schleppen schwerer Vinylkisten war nicht mehr nötig, die Menge an benötigtem Platz war weniger. Und selbst der Sound war klarer, lauter und besser. Und sollte einmal ein Kratzer auf einer Disc sein, so spielte sie trotzdem noch, ohne hässliche Nadelsprünge oder dergleichen.

Kalt, leblos und klinisch

Für diejenigen, die dem Vinyl treu blieben, war die CD keinesfalls der neue Messias, der die Musikbranche zu einem besseren wenden würde. Noch heute bemängeln viele Fans der analogen Musikaufnahme und -wiedergabe, dass CDs oft einen kalten, leblosen, fast klinischen Klang hätten, während Vinyl eine warme, angenehme Atmosphäre versprüht. Durch das digitale Mastering werden kleine “Fehler”, wie das Ausatmen des Sängers oder das Schnaufen des Trompetenspielers ausgemerzt. Der Sound wird, wenn nötig, digital so verändert, dass er “perfekt” klingt, wodurch die persönliche Note des Künstlers schlimmstenfalls auf der Strecke bleibt. Und auch das Knistern der Nadel in der Einlaufrille oder das sanfte Klacken in der Auslaufrille ist für viele ein wichtiger Bestandteil eines Albums, der bei der CD nicht mehr vorhanden ist.

Wie ein Würfel mit scharfen Kanten

Ein beliebtes Beispiel für den Unterschied von Vinyl und CD ist für viele das Bild eines Würfels mit abgerundeten Kanten vs. ein Würfel mit scharfen Kanten:

Vinyl ist wie ein Würfel mit sanften, abgerundeten Kanten, der gut in der Hand liegt. Er mag vielleicht sogar schon etwas abgegriffen sein, wodurch aber eine bestimmte Stimmung entsteht, die den Spieler an den Würfel bindet. Ein Würfel mit scharfen Kanten hingegen liegt nicht gut in der Hand. Er ist unangenehm – genau wie der Klang einer CD.

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